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Gemeindeanzeiger vom 12.06.2008 Drucken E-Mail
Freitag, 13. Juni 2008 um 12:10

 

Anzeige im Hochdorfer Gemeindeanzeiger vom 12.06.2008

Liebe Hochdorfer,

 

da seit Beginn unserer Aktivitäten einige Wochen vergangen sind und sich in dieser Zeit vieles entwickelt hat, möchten wir hier aktuell unsere wesentlichen Punkte verdeutlichen und auch einiges richtig stellen:

  • Wir sind keine Pflegeheimgegner und waren das auch nie. Schon unser Flyer vom 7.5. sagt deutlich, dass wir ein Pflegeheim für Hochdorf möchten, aber mit einem zukunftsweisenden Konzept und dorfgerechter Größe. Mit dem Punkt „Kein Bedarf“ in unserem Flyer haben wir bewußt die Meinung einiger Fachleute zu diesem Thema in die Diskussion eingebracht. Schließlich gehört auch eine saubere Bedarfsanalyse zu einem sinnvollen Konzept.
  • Wir werden ab und zu gefragt: „Was ist denn Eure Alternative?“ Die Frage liegt natürlich im ersten Moment nahe, aber eines ist ganz klar: Wir sind keine Städteplaner und können somit auch keine ganzheitliche Planung für unser Breitwiesen-Areal leisten. Das anzunehmen oder zu verlangen wäre in höchstem Maße unrealistisch und unsachlich. Was wir aber wollen,
ist unsere Wünsche, Ideen und Ansätze in eine professionelle Planung einzubringen – das wäre endlich die Bürgerbeteiligung, die zum Thema Breitwiesen-Areal bereits 1999 von Bürgermeister Erhardt und ausnahmslos allen Fraktionen im Gemeinderat versprochen wurde.
2001 wurde die bis dato immer noch nicht erfolgte Bürgerbeteiligung von der Arbeitsgruppe „lokale Agenda“ eingefordert und vom Gemeinderat verabschiedet.
Bis heute ist nichts in dieser Richtung erfolgt.

  • Deshalb ist eine Beteiligung der Bürger an der Gestaltung des Breitwiesen-Areals und darüber hinaus an der gesamten Dorfentwicklung spätestens jetzt unverzichtbar!

  • Hochdorf braucht ein Konzept, das die Bedürfnisse aller Hochdorfer Bürger erfüllt – ganz sicher die der Senioren, aber eben so wichtig sind z.B. auch die der Kinder, deren Bedürfnisse hier bisher weitestgehend unter den Tisch fallen.

Wir sind also durchaus für ein adäquates Pflegeheim, und wir haben natürlich absolut nichts gegen Einkaufsmöglichkeiten in der Dorfmitte – allerdings nicht in dieser Dimension, die keinen Raum für „mehr“ lässt!

  • Es stellt sich außerdem die Frage, wie sinnvoll es ist, dass Herr Erhardt in seinem Beitrag von letzter Woche bezüglich des Einzelhandels-Bedarfs ein mittlerweile 7 Jahre altes Gutachten zitiert. Wenn aber schon Zitate aus diesem Gutachten, dann auch das folgende, das – im Gegensatz zum Thema Bedarf - auch nach 7 Jahren mehr Gültigkeit hat denn je:

„Die Schaffung zusätzlicher Einzelhandelsangebote bzw. Verkaufsflächen ist aus gutachterischer Sicht jedoch nur begrenzt geeignet, die Einzelhandelssituation in der Gemeinde Hochdorf mittel- bis langfristig zu stabilisieren. Zur Stärkung der Versorgungsbedeutung des Einzelhandels in Hochdorf sind darüber hinaus erheblich Anstrengungen des Einzelhandels und der Gemeinde notwendig, um die derzeitige Kundenbindung auch weiterhin zu erreichen (v.a. im Nahrungs- und Genussmittelbereich). In diesem Sinne werden unterschiedliche Maßnahmen angeführt (…); gezielte absatzpolitische Maßnahmen, die durch innerörtliche Akteure, z. B. Gastronomie, Einzelhandel, Handwerk, Gemeindeverwaltung und Politik, entwickelt und umgesetzt werden müssen.

In diesem Zusammenhang wird die Initiierung eines Gemeindemarketing (…) als erster Schritt zur Kooperation zwischen den wesentlichen Akteuren empfohlen.

 

Diese Beurteilung von Fachleuten unterstützt unsere Forderung nach ganzheitlichem, langfristigen Denken. Von Gemeindemarketing kann bis heute keine Rede sein.

 

Abschließend noch einige Gedanken zum Thema Bürgerbeteiligung und zum Vertrauensverhältnis Bürger und Gemeinderat:

 

In den letzten beiden Gemeinderatssitzungen wurde vom Bürgermeister und einigen Fraktionen mehrfach die Sorge geäußert, dass das Vertrauen des Investors in die Gemeinde erschüttert werden könnte, wenn man das geplante Projekt jetzt nicht umsetzt.

 

Es wurde seitens des Gemeinderats – mit Ausnahme der SPD-Fraktion - bis heute nicht ein einziges Mal Bedenken geäußert, inwieweit das Vertrauen vieler Bürger in den von ihnen gewählten Gemeinderat beeinträchtigt werden könnte, wenn man eine für Hochdorf so wichtige Entscheidung trifft, ohne die Bürger im Vorfeld umfassend darüber zu informieren und auch einzubeziehen.

Schade, dass eine Veranstaltung wie die am 18.6.2008 erst jetzt stattfindet und diese Initiative der Verwaltung ganz offensichtlich nur durch die momentanen Sachzwänge ausgelöst wurde. Und schade, dass diese Veranstaltung de facto eine Plattform für den potentiellen Investor, Edeka und den potentiellen Betreiber des Pflegeheims ist - wir als Bürgerinitiative aber bis heute noch nicht eingeladen sind.

 

Hätte eine Informationsveranstaltung für alle Bürger schon zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt stattgefunden, hätten sich alle Beteiligten sicherlich vieles ersparen können.

 

In unserer kleinen Gemeinde ist es einfach, mit den Bürgern sehr direkt zu kommunizieren – natürlich immer vorausgesetzt, das ist von der Verwaltung überhaupt gewollt.

 

Der gereizte und beleidigte Beitrag von Gemeinderätin Osthues in der letzten Gemeinderatssitzung und ähnliche Äußerungen ihres Kollegen Dr. Bäßler (s. auch letzter Reichenbacher Anzeiger), lassen nur den Schluß zu, dass zumindest diese Herrschaften gewählt werden möchten, dann aber vom Bürger erwarten, sich möglichst ruhig und unkritisch zu verhalten. Hier werden aktive und kritische Bürger pauschal abqualifiziert – gleichzeitig wurden aber bis heute alle unsere Angebote zu einem sachlichen Austausch vom Gemeinderat ignoriert.

 

 

Wir – und mit uns ein großer Teil der Hochdorfer Bevölkerung - möchten uns auch nach der Wahl nicht entmündigt sehen, sondern uns gerne die Möglichkeit zur konstruktiven Mitwirkung erhalten. Dass das in Hochdorf in der Vergangenheit nicht immer geklappt hat, sollte kein Grund sein, alle weiteren Bürgeraktivitäten abzulehnen.

 

Bürgermeister Erhardt hat in der letzten öffentlichen Sitzung explizit unser kooperatives und konstruktives Vorgehen betont und dabei zum Ausdruck gebracht, dass er auf diese Weise auch gut mit Kritik umgehen könne.

 

Wir haben vor, das auch in Zukunft beizubehalten und würden uns freuen, wenn uns diese Haltung ebenfalls entgegengebracht würde.

 

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